| Jahreszahl/Zeitraum | Was ist passiert? |
|---|---|
| 1220 | Erste Erwähnung: Langenberg wird das erste Mal als „Hof Langenberge“ am Deilbach in einer Urkunde genannt |
| Ab 1625 | Der erste Leinengroßhändler: Der Grundstein für den späteren Erfolg mit Textilien wird gelegt |
| Ab dem 19. Jahrhundert | Industrie-Boom: Überall entstehen Seidenfabriken, Webereien und Spinnereien. Auch Messerschmiede exportieren tonnenweise Besteck ins Ausland |
| 1830-1847 | Verkehrs-Upgrade: Die alte Pferdeschleppbahn für Kohle wird zur modernen Prinz-Wilhelm-Eisenbahn umgebaut |
| 1868 | Zwei Meilensteine: Die Pappenfabrik Laakmann wird gegründet, und am Bahnhof kann man ab jetzt Zugtickets für ganz Deutschland kaufen |
| 1939-1945 | Zweiter Weltkrieg: Langenberg wird Lazarettstadt, über 250 Zwangsarbeiter müssen im Lager Heeger Straße und in Fabriken schuften |
| 15. & 16. April 1945 | Artilleriebeschuss: US-Truppen beschießen die Stadt. Das Rathaus und eine Seidenfabrik werden zerstört, 37 Menschen sterben. Danach marschieren die Amerikaner ein |
| 1.Januar 1975 | Neugliederung: Langenberg verliert seine Eigenständigkeit und wird durch ein neues Gesetz zusammen mit Neviges ein Stadtbezirk von Velbert |
Die Geschichte von Langenberg fängt im Jahr 1220 an, als der Ort das
erste Mal in einer Urkunde erwähnt wurde. Damals war es eigentlich nur
ein Hof ("Hof Langenberge"), der direkt am Deilbach lag.
Politisch war in Langenberg zwar nicht viel los, aber die Lage war
trotzdem besonders: Der Ort lag genau an der Grenze zwischen den Franken
und den Sachsen. Außerdem trennte der Deilbach zwei große Gebiete,
nämlich das Bergische Land und das Märkische Land.
Dass Langenberg reicher wurde, lag vor allem an zwei Dingen: der Textilindustrie und der Metallverarbeitung.
Ab 1625 gab es dort schon den ersten großen Leinengroßhändler. Richtig groß wurde das Ganze dann ab dem 19. Jahrhundert. Überall entstanden Fabriken, Webereien und Spinnereien, die vor allem Seide verarbeitet haben. Es wurden extra Maschinen für die Textilherstellung gebaut. Die Kaufleute aus Langenberg waren erfolgreich und haben ihre Sachen auf der ganzen Welt verkauft – manche hatten eigene Büros im Ausland. Weil die Händler so viel Geld verdienten, bauten sie sich riesige, alte Villen, die man heute immer noch in der Stadt sehen kann.
Außerdem gab es viele kleine Messerschmiede im Ort. Am Anfang des 19. Jahrhunderts waren Messer und Gabeln aus Langenberg ein großer Teil von den Sachen, die ins Ausland exportiert wurden. Später, im Jahr 1868, kam mit der Pappenfabrik Laakmann noch ein weiterer wichtiger Betrieb dazu.
Weil die Fabriken immer mehr transportieren mussten, veränderte sich auch der Verkehr. Zwischen 1830 und 1847 wurde aus einer alten Pferdeschleppbahn, die eigentlich nur für Kohle da war, eine richtige Eisenbahn: die Prinz-Wilhelm-Eisenbahn. Das war ein großes Ereignis, denn ab 1868 konnte man am Bahnhof in Langenberg Fahrkarten für ganz Deutschland kaufen.
Auch wenn in Langenberg keine riesigen Schlachten mit Panzern stattfanden, war der Zweite Weltkrieg für die Menschen dort ein Albtraum. Die Stadt wurde zu einer Lazarettstadt gemacht, was bedeutet, dass Orte wie das Bürgerhaus plötzlich Krankenhäuser für verletzte Soldaten waren. Schlimm war es auch für die über 250 Zwangsarbeiter (viele aus Russland und Polen), die in einem abgesperrten Lager an der Heeger Straße eingesperrt waren und in den Langenberger Fabriken schuften mussten.
Am allerschlimmsten wurde es aber ganz am Ende vom Krieg: Am 15. und 16. April 1945 wurde Langenberg von amerikanischer Artillerie beschossen. Dabei wurden das Rathaus und eine große Seidenfabrik zerstört, und 37 Menschen starben. Kurz danach marschierten die US-Soldaten ein und der Krieg war im Ort vorbei.
Langenberg blieb aber nicht für immer eine eigene Stadt. Am 1. Januar 1975 gab es ein Gesetz zur Neugliederung. Da wurden Langenberg, Neviges und Velbert zusammengeschlossen. Seitdem ist Langenberg ein Stadtbezirk von Velbert.
Alicja und Jan (9a), Ulrich (9d)
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